Kolumbarium in der Hl. Familie

Am 26. August 2010 segnete Bischof Dr. Franz Josef Bode das neu errichtete Kolumbarium:

Segnung des Kolumbariums durch Bischof Bode
Aktuelle Informationen rund um die Kolumbariumskirche Heilige Familie stehen Ihnen auch auf der Internetseite www.kolumbarium-os.de zur Verfügung.
Dort finden Sie auch Angaben zu Öffnungszeiten, Gebührenordnung etc.

Im Folgenden finden Sie 2 etwas ältere Berichte zur Entscheidungsfindung in Bezug auf den Umbau der Kirche Hl. Familie zur Kolumbariumskirche.
>> Preisgericht zur Kolumbariumskirche (Sep. 2009)
>> Artikel aus dem Kirchenboten zur Kolumbariumskirche (Jan. 2009)

Preisgericht zur Kolumbariumskirche Hl. Familie (Sep. 2009)
oder: Vom Wettbewerb zum Gewinner

Am 5. August 2009 tagte das Preisgericht zum Bau der „Kolumbariumskirche Hl. Familie". Der Tag begann um 10.00 Uhr mit einem Gebet in der Kirche, um die es ja den ganzen Tag gehen sollte, und endete kurz vor 18.00 Uhr. Acht Architekturbüros waren vom Kirchenvorstand Hl. Familie zu dem Wettbewerb eingeladen, alle haben eine Arbeit abgegeben. Das Preisgericht umfasste 22 Personen. Es setzte sich zusammen aus Mitgliedern unserer Pfarrei, aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten des BGV und Architektinnen und Architekten. Weihbischof Kettmann gehörte dazu, der Dombaumeister aus Erfurt, Herr Andreas Gold, Professor Dr. Christoph Gerlach aus Hildesheim, die Leiterin unseres Seelsorgeamtes, Frau Dr. Engelhardt um nur einige zu erwähnen. Allen, die sich am Gelingen dieses Tages beteiligte waren, sei auch an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.

In verschiedenen Durchgängen wurden die Arbeiten vorgestellt und diskutiert. Das Preisgericht hatte nur die Arbeiten und eine kurze Beschreibung der jeweiligen Architekturbüros, ohne zu wissen, welches Büro nun welche Arbeit geschaffen hatte. Jedes Büro hatte eine Tarnzahl erhalten, so dass größtmögliche Objektivität erzielt werden konnte. Erst nachdem alle Entscheidungen gefallen waren, wurde gelüftet, welches Büro sich hinter der jeweiligen Zahl verbarg. Gegen Ende der Diskussionen blieben noch zwei Entwürfe übrig, die sehr konträr waren und so zu ein Art Richtungsentscheidung führten.

Der erste, der dann nicht gewann, setzte sehr stark auf eine deutliche Trennung von Feierraum und Kolumbariumsraum. Beide Räume hätten ganz unabhängig voneinander genutzt werden können. In diesem Entwurf wäre der Feierraum in den vorderen Teil der Kirche verlegt worden, dort, wo jetzt das Taufbecken steht, und das Kolumbarium in den Bereich dahinter. Dieser Bereich wäre mit Stelen angefüllt worden.

Grundriss des zweiten Entwurfs:
Grundriss Kolumbarium

Dieser zweite Entwurf der letzten Runde, und somit der Gewinner, nimmt die bestehende Architektur unserer Kirche sehr ernst. Ausgangspunkt ist der Lichtkegel im jetzigen Altarraum, unter dem mittig eine höhere Wand gesetzt wird. Vor der Wand, also in der Mitte der Kirche, entsteht der neue Feierraum. Hinter der Wand beginnt ein etwa 4 Meter breiter Gang, in dessen Mitte und an dessen Seiten die Urnenplätze sein werden. Die Urnen werden in die Wände gestellt. Damit orientiert sich der Entwurf auch sehr stark an der ursprünglichen Form von Kolumbarien. Verschlossen werden die Plätze nach dem Entwurf mit einer bronzenen Tafel. Da die Wand zum Feierraum hin durchbrochen ist, wird ein Verwobensein des Feierraumes mit dem Kolumbariumgang geschaffen.

Das ist der entscheidende Punkt: Feierraum und Kolumbariumgang werden miteinander verknüpft. Tod und Leben, Erde und Himmel werden miteinander verwoben. Daher erklärt sich auch das biblische Wort, dass der Architekt über den Entwurf setzte: „Und wie wir das Abbild des Erdhaften trugen, werden wir auch das Abbild des Himmlischen tragen" (1 Kor 15,49).
Das Taufbecken im Eingangsbereich bleibt bestehen und wird zum Ausgangs- und Zielpunkt für Kolumbariumsgang und Feierraum. Es bildet eine innere Klammer beider, denn durch die Taufe feiern wir unseren Gottesdienst und gehören über das irdische Leben hinaus zusammen. Am Ende des Tages wurden dann allen Tarnnummern die jeweiligen Architekturbüros zugeordnet. Unser Gewinner ist das Büro Klotwig und Partner aus Münster.

Auf der Sitzung des Kirchenvorstandes am Dienstag, den 11. August 2009 wurde einstimmig der Empfehlung des Preisgerichts zugestimmt, mit Architekt Klodwig die Umgestaltung unserer Kirche anzugehen. Erste Gespräche mit ihm haben mittlerweile stattgefunden. Dabei wurde schnell deutlich, dass neben der baulichen Umsetzung nun auch am Konzept für unseren neuen pastoralen Schwerpunkt zu arbeiten ist. Beide Aufgaben gehören zusammen und werden die kommende Zeit sehr prägen.
Ihr Pfarrer Hülsmann

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Artikel aus dem Kirchenboten zur Kolumbariumskirche (Jan. 2009)
Die Bistumsleitung hat der Osnabrücker Gemeinde Heilige Familie vorgeschlagen, in der Kirche eine Begräbnisstätte für Urnen, ein Kolumbarium, einzurichten. Die Gremien haben den Vorschlag positiv aufgenommen.

Innenansicht der Kirche Hl. Familie:
Innenansicht

Im Vorfeld kochte die Gerüchteküche. "Wir haben befürchtet, dass aus unserem Gotteshaus eine reine Begräbniskirche wird", sagt Stefanie Sierp-Kasper vom Kirchenvorstand. "Aber wenn weiter Messen gefeiert werden, kann die Gemeinde weiterleben." Martin Hettlich vom Pfarrgemeinderat: "Wir haben ein einstimmiges Votum abgegeben." Gemeindemitglieder hätten bereits erwähnt, sich eine Bestattung im Kolumbarium vorstellen zu können. Generalvikar Theo Paul, der am Sonntag die Gemeinde während des Gottesdienstes informierte, begann seine Predigt mit klaren Worten: "Ihre Kirche soll erhalten bleiben. Das ist unser Anliegen." Paul schilderte die Hintergründe, die zum Vorschlag geführt hatten, in der Kirche ein Kolumbarium einzurichten: Zum einen die zurückgehende Zahl an Kirchenmitgliedern - in der Pfarreiengemeinschaft sei die Zahl der Katholiken in den vergangenen zwölf Jahren um 1400 gesunken. Zum anderen die veränderte Bestattungskultur in der Gesellschaft. Größere Mobilität sorge immer häufiger dafür, dass Angehörige nicht mehr in der Nähe wohnten. Ältere wünschten sich deshalb, nach dem Tod niemandem zur Last zu fallen. Die Bestattung im geplanten Kolumbarium sei nicht an die Mitgliedschaft in der Heilige-Familie-Gemeinde gebunden. "Tote bestatten ist schon lange ein Werk der Barmherzigkeit. Heute kommt die Sorge um die Angehörigen dazu", so Theo Paul. Die Kirchengemeinde erhalte eine neue Chance, indem sie sich dieser Sorgen annehme. Der Rundbau der Heiligen Familie eigne sich besonders für ein Kolumbarium. Sollte der Kirchenvorstand den Vorschlägen endgültig zustimmen, würde es im Frühjahr einen Architektenwettbewerb geben, stellte Theo Paul gegenüber der Presse in Aussicht. Zur Finanzierung eines Umbaus sagte er: "Uns ist klar, dass die Gemeinde das so nicht tragen kann." Wenn das Kolumbarium entstanden ist, werde die Gemeinde "in gewisser Weise" durch einen hauptamtlichen Mitarbeiter begleitet.

Kolumbarium keine Lösung für den ländlichen Raum
Generalvikar Paul und Seelsorgeamtsleiterin Daniela Engelhard machten außerdem deutlich, dass nicht vorgesehen ist, Kolumbarien im ganzen Bistum einzurichten. Sie könnten sich solche Pläne in Städten wie Osnabrück und Bremen vorstellen, nicht jedoch im ländlichen Raum.

Der obige Artikel stammt von Matthias Petersen, stellvertr. Chefredakteur des Kirchenboten.

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